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Wenn die Wasserqualität gut ist, versorgen sich die Fische von alleine" – Diese Aussage trifft leider nur bei den wenigsten Teichen zu: Oftmals wird stolz von Nitritwerten von 8,0 mg/l oder mehr erzählt und wie toll man die Fische doch gerettet hätte...Stellen Sie sich vor, Sie wären in einem Raum ohne Fenster und Türen oder sonstige Austrittsmöglichkeiten eingesperrt – ohne Toilette und Waschbecken. In dieser Situation befinden sich gewissermaßen unsere Koi: Wird der Teich nicht gefiltert, sammelt sich Schmutz im Teich an, welcher durch Bakterien zersetzt wird. Dabei wird viel, für Fische und Organismen lebenswichtiger Sauerstoff verbraucht, es bilden sich toxische Stickstoffverbindungen, etc. Wenn uns die Luft in einem Raum nicht gefällt, verlassen wir den Raum und gehen nach draußen, das können unsere Fische nicht. Somit vergiften sich Fische, deren Wasser nicht biologisch aufbereitet wird, selber.
Hierzu sollte man sich den Stickstoffkreislauf im Wasser ein wenig genauer ansehen: Fische scheiden Ammoniak als Stoffwechselprodukt (vergleichbar Urin) über die Kiemen aus. Freies Ammonium/Ammoniak ist sehr giftig für Organismen und somit auch Fische. Es wird mit zunehmendem pH-Wert toxischer. Grundsätzlich sollte die Konzentration dieser Stoffe unter der Nachweisgrenze liegen.
Bakterien, welche sich im Filter an Matten oder speziellen Filtergranulaten ansiedeln, wandeln Ammoniak zu Nitrit um. Nitrit ist ab einer Konzentration von mehr als 0,1 mg/l auf Dauer schädlich und sollte im Idealfall unter der Nachweisgrenze liegen. Nitrit verbindet sich mit den sauerstofftransportierenden Bestandteilen des Blutes und verhindert den Transport von Sauerstoff, wodurch das Blut braun wird und die Fische schlussendlich ersticken.
Ebenfalls kommt es zu Hautaufbrüchen und sekundär zu parasitären Erkrankungen.
Als dritter und relativ ungefährlicher Stoff entsteht durch Bakterien Nitrat, welches als Nährstoff für Algen und Pflanzen dient. Nitratwerte bis zu 1000 mg/l lassen Karpfenzüchter nicht in Panik verfallen. Trotzdem sollte die Konzentration möglichst gering (0,0 – 12,5 mg/l) gehalten werden, um ein übermäßiges Algenwachstum zu vermeiden. Nitrat hemmt die Fruchtbarkeit von Fischen. In Trinkwasser darf nicht mehr als 40 mg/l Nitrat enthalten sein.
Wichtig sind ebenfalls der Sauerstoffwert und der pH-Wert. Der Sauerstoffwert sollte nicht unter 6 mg/l liegen, um eine gute Verdauung und einen geregelten Stoffwechsel zu garantieren. Die Menge der gelösten Säuren oder Laugen wird mit dem pH-Wert festgestellt. Ein Wert zwischen 6,5 – 8,5 ist akzeptabel. Der untere Bereich der Skala (0-7) gibt an, wie sauer ein Stoff ist, wobei „0" eine sehr starke, ätzende Säure bezeichnet und „7" den neutralen Zustand. Im Optimalzustand sinkt der pH-Wert nicht unter 7,0. Der obere Abschnitt der Skala (7,1-14) gibt an, wie viel Laugenanteile im Wasser gelöst sind. Im Optimalzustand steigt der pH-Wert nicht über 8,5. „7,1" bezeichnet geringst belastetes Wasser, „14" starke Laugen , wie z.B. die Natronlauge, welche stark ätzend ist. Der pH-Wert ist abhängig vom Kohlenstoffdioxyd-Gehalt ( CO2), welches auch zur Pflanzendüngung in der Landwirtschaft oder in Aquarien eingesetzt wird. Durch eine Membranpumpe kann der CO2-Gehalt gesenkt und der O2-Gehalt gesteigert werden.
Ammonium/Ammoniak
sollte nicht nachweisbar sein ist bei höheren pH-Werten zunehmend giftig kann kurzfristig durch die Zugabe von Zeolith (4kg/m3) entzogen werden wird verstärkt von gestressten Fischen ausgestoßen muss bei Konzentrationen über 0,25mg/l durch Wasserwechsel (bis zu 5x tägl.) entfernt werden (jeweils 30%) ist bei hohen Konzentrationen am beißenden Geruch festzustellen – hier besser keine Fische kaufen!
Nitrit
sollte nicht nachweisbar sein verursacht braunes Blut (in den Kiemen sichtbar) kann beim Einfahren des Filters bis zu einer Konzentration von bis zu 1,0 mg/l (ca. 2-6 Wochen nach Beginn der Einfahrphase) auftreten, in diesem Fall 30% Wasser wechseln und den Filter mit Bakterien versorgen Konzentrationen bis 0,3 mg/l können durch die Zugabe von Bakterien gesenkt werden In Extremfällen hilft das Aufsalzen des Teiches bis 4 kg/m3, sollte jedoch nur bei Konzentrationen über 0,8 mg/l gemacht werden. Ansonsten ist ein Wasserwechsel ratsamer, da Salz Pflanzen und Filterbakterien schädigt. Es senkt den Nitritwert nicht, sondern vitalisiert lediglich die Fische.
Nitrat
Grundsätzliche Maßnahmen sind die Ausweitung der Bepflanzung mit Wasserminze und Brunnenkresse Bei hohen Konzentrationen kann Zeolith (4kg/m3) angewendet werden, besser ist jedoch die Werte kurzfristig mit einem Wasserwechsel herunterzusetzen und die Bepflanzung zu verbessern. Grundsätzlich ist zu bemerken, dass während den Maßnahmen zu Senkung des Ammoniak- und Nitrit-Gehaltes das Füttern eingestellt oder reduziert werden sollte.
Sauerstoff
bei warmem Wasser nimmt die Aufnahmefähigkeit des Wasser ab sollte nicht unter 6 mg/l liegen kann mittels Wasserstoffperoxyd, elektrischen Luftpumpen und Sauerstoffkonzentratoren, sowie im Handel erhältlichen Granulaten oder Tabletten erhöht werde. Als langfristige Lösung sollte jedoch mit einer elektrischen Luftpumpe oder einem Sauerstoffkonzentrator gearbeitet werden.
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